

1 Speiseteller | ø 24 cm | mit Goldrand | Weissporzellan Tschechien
Zu diesem Teller
Bei dem Speiseteller handelt es sich um einem „Dachbodenfund“ von gut erhaltenem Porzellan. Dieses Motiv war im Rahmen der Ausstellung „Schätze des Ana-Khan-Museums Meisterwerke der Islamischen Kunst“ 2010 im Gropiusbau Berlin zu sehen.
Quelle
Die Malereien dieser Handschrift illustrieren die Geschichten aus Anwar-i Suhaili (»Die Lichtstrahlen des Suhail«), einer persischen Auswahl von Fabeln, die auf der arabischen Sammlung Kalila wa-Dimna (»Kalila und Dimna«) basieren. Der Text geht auf mündliche indische Traditionen zurück, die erstmals um das Jahr 300 AD schriftlich niedergelegt wurden. Dieses Panchatantra (»Die fünf Grundsätze« oder »Bücher«) besteht aus fünf Kapiteln über Staatskunst.
Die Geschichten sind in eine Rahmenhandlung eingebettet, in der ein indischer König, Dabshalim (oder Dabishlim) seinen Hofphilosophen Bidpai über angemessenes Verhalten eines Herrschers in verschiedenen Situationen konsultiert. Bidpai (oder Pilpay, beides Korruptionen des indischen Bidnag und späteren arabischen Bindna) beantwortet jede Anfrage mit einer Fabel, in der Tiere die jeweiligen Rollen übernehmen Jede Fabel wiederum enthält weitere Geschichten und Nebenhandlungen und endet dann wieder bei dem Gespräch zwischen dem König und dem Philosophen, um zur nächsten Fabel überzuleiten.
Zu dieser Malerei
Das Bild bezieht sich auf Verhaltensweisen in der Staatskunst: »Die Eulen und die Krähen«. Die Geschichte handelt von einer alten Feindschaft. Die zwischen den Eulen und den Krähen, welche jeweils von ihrem König angeführt werden. Die Krähen lebten in einem Baum. Die Eulen hausten in einer Höhle. Der König der Eulen hatte es sich zum Prinzip gemacht, jede Krähe, die er jemals den Baum verlassen sah, als vorbeugende Maßnahme zu töten. Der Krähenkönig, besorgt um seinen schwindenden Schwarm, konsultierte seine Berater, wie er zurückschlagen könne. Sofort befolgte er deren Empfehlung, herauszufinden, wer die nächsten Berater des Eulenkönigs seien, um die Eulen durch List und Täuschung gegeneinander aufzubringen. Sobald diese durch Meinungsverschiedenheiten entzweit waren, konnten die Krähen ihre Feinde bezwingen.